Es war ein Junger der sich auf das Alte besann. Wein & Wahrheit TZ München, März 2007
Schon während seiner Ausbildung stellte Jochen Dreissigacker (25) entscheidende Weichen für das 1728 gegründete Weingut seiner Familie:
Er rodete die gerade in Rheinhessen so verbreiteten Neuzüchtungen und konzentrierte seine Arbeit auf die klassischen weißen Reben des Wonnegaus, der sanft hügeligen Landschaft westlich von Worms: Riesling, Weiß- und Grauburgunder sowie Silvaner, die unter seiner Hand klare, charaktervolle Weine erbringen. Das gilt in besonderem Maße für seine Silvaner, eine Rebe, mit der vor 50 Jahren noch die Hälfte der deutschen Weinberge bestockt war, bevor sie fast in Vergessenheit geriet. Jetzt feiert der Silvaner ein Comback. Jochen Dreissigacker keltert zwei Varianten: Der "Gutssilvaner" duftet dezent nach Wiesenkräutern und Äpfeln, er ist mittelgewichtig und passt mit seiner Art gut zu leichter Küche, von Salaten über Spargel bis zum Fisch (5,90 Euro). Eine Liga höher spielt der "Bechtheimer Silvaner" (9 Euro) mit seinem würzigen Duft und mineralischen tiefen Geschmack und enorm kräftigen Körper passt er auch zu gebratenem Fisch und hellem Fleisch wie Geflügel oder Wiener Schnitzel.
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